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Abstammungsgutachten, Vaterschaftstest, Abstammungsanalyse, Vaterschafttest - Ergebnis, Gericht, Urteil, BVerfG, BGH, Bundesverfassungsgericht, Unterhalt

Abstammungsgutachten - Konsequenzen für die Praxis

Wichtig ist oben gesagtes in mehrerer Hinsicht:

Die vielfältig angebotenen Vaterschaftstests, die "unkomplizierte und schnelle Klärung" der Abstammungsverhältnisse anhand eines Wangenabstriches des möglichen Vaters und eines Schnullers (Kaugummi, Zahnbürste u.ä.) des Kindes versprechen, beruhen auf oben zitierter STR- Methode. Abgesehen davon,

  1. dass eine Durchführung dieser Tests auch der Zustimmung des Kindes bzw. dessen Erziehungsberechtigten bedarf (und ansonsten kein verwertbares Indiz ist) [],
  2. es ein nicht unerhebliches Risiko durch Verwechslungen von Proben gibt (gerade bei eingeschicktem Untersuchungsmaterial),
  3. diese Untersuchungen meist nicht an Blutproben sondern anderen Materialen (also an minderwertigem Untersuchungsmaterial) durchgeführt wurden,

schenkt das Ergebnis mit einer Aussage wie - "Vaterschaft praktisch erwiesen", - "Vaterschaft zu 99,99% sicher" - (oder einem, entsprechend der Fragestellung, vergleichbaren negativen Ergebnis) eine trügerische Sicherheit. Ohne Wissen, dass diese Tests nur in direkter Verbindung mit dem Ausgangsverdacht und nur von ausgewiesenen Spezialisten interpretierbar sind, und ggf. weiterer Untersuchungen bedürfen, haben sie keinen praktischen Wert - schon gar nicht für einen Laien!

An dieser Stelle muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Bezeichnung "Abstammungsgutachten" durch die Bezeichnung "Gutachten" im Namen sehr gut ausdrückt, dass es sich um eine wissenschaftliche Stellungnahme zu einem Sachverhalt – nämlich der Abstammung – handelt.
Die umgangssprachliche Bezeichnung eines Abstammungsgutachtens für den Sonderfall der Ermittlung der Vaterschaft als "Vaterschaftstest" ist fatal: da jetzt "Test" anstelle von "Gutachten" benutzt wird, entsteht ein Missverständnis. Diese "Tests" sind nicht mit einem Atemluft- oder Blut-Alkoholtest vergleichbar! Letztere liefern absolute Ergebnisse - ein Abstammungsgutachten liefert jedoch ein relatives Ergebnis. Absolute Ergebnisse können auch von Laien (unter Zuhilfenahme entsprechender Tabellen) beurteilt werden, relative Ergebnisse dagegen nur von ausgewiesenen Spezialisten.
Ein Abstammungsgutachten, auch wenn es als "Vaterschaftstest" bezeichnet wird, ist aber eben gerade kein "Test" – es ist, nach wie vor, ein Gutachten!

Für Fragen zur Vaterschaftsanfechtung stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

Bitte zögern Sie nicht! Gerade bei einer Vaterschaftsanfechtung ist es wichtig, zügig und bestimmt zu handeln um die Fristen, die jetzt auch bei Ihnen, wo Sie dies lesen, bereits laufen, nicht verstreichen zu lassen.
Wir versuchen auf dieser Webseite, Sie allumfassend zum Thema der Vaterschaftsanfechtung zu informieren. Gerade aber die praktische Durchführung des Vorgangs, um nicht mehr Scheinvater zu sein (die Vaterschaftsanfechtung durch den Vater respektive Scheinvater), birgt eine Vielzahl juristischer Fallstricke. Übersehen Sie diese, scheiter Ihre Anfechtung - bei der Vaterschaftsanfechtung oft unumkehrbar. Nicht zuletzt kann ein nicht schlüssig formulierter Antrag, selbst wenn Sie selber über das nötige juristische Wissen verfügen, Ihnen aber die Erfahrung aus der alltäglichen Praxis fehlt, alle Ihre Bemühungen zunichtemachen. [Kontakt]

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