(a) Folgen einer erfolgreichen Vaterschaftsanfechtung - die Aberkennung der Vaterschaft
Das Urteil, dass der bisherige Vater nicht mehr der Vater ist, wirkt gegen jedermann und hat zur Folge, dass das Kind vaterlos wird und zwar rückwirkend auf den Tag der Geburt.
Weitere Auswirkungen ergeben sich auf
- das Sorgerecht,
- den Unterhalt,
- den Unterhalt für die Vergangenheit und
- das Umgangsrecht
Zu 1.) Mit der rechtskräftigen Entscheidung der Nichtvaterschaft entfällt das bestehende gemeinsame elterliche Sorgerecht. Dabei fällt die alleinige Sorge der Muter zu und kann, sobald eine neue Vaterschaftszuordnung erfolgt, auch auf einen neuen Vater übertragen werden.
Zu 2.) Im Weiteren hat das Kind gegen den ehemaligen Kindesvater keinen Anspruch mehr auf Unterhalt, ausgenommen davon sind vertraglich geregelte Unterhaltsansprüche.
Zu 3.) Das Kind hat mit Entfallen der Vaterschaft, unberechtigt seit dem Tag der Geburt Unterhalt bezogen. Daher könnte der Vater diesen Betrag von der Mutter zurückfordern - dies ist aber meistens ausgeschlossen, da das Kind, vertreten durch seine Mutter, sich auf den bereits erfolgten Verbrauch berufen kann und sicher auch wird.
Zu 4.) Bis zum Zeitpunkt der rechtskräftigen Entscheidung hat der Scheinvater ein unmittelbar weiter bestehendes Recht zum Umgang mit dem Kind. Mit einer endgültigen Entscheidung kann der Scheinvater sein Recht auf Umgang aus § 1684 BGB verlieren. Nach erfolgreicher Anfechtung kann der Scheinvater allerdings ein Recht auf Umgang aus § 1685 Abs. 2 BGB geltend machen. Danach haben alle früheren Ehegatten ein Recht auf Umgang, wenn sie längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt haben. Von diesem Recht (§ 1685 Abs. 1 BGB) können auch andere Bezugspersonen Gebrauch machen, wenn dies dem Wohle des Kindes nicht schadet.
(b) Folgen einer nicht erfolgreichen Vaterschaftsanfechtung
Sollte der Kläger mit seiner Anfechtung der Vaterschaft abgewiesen werden, bleibt alles beim Alten: das Kind ist weiterhin das Kind des Vaters und somit ist die Abstammung positiv festgestellt.
(c) Was Sie vor einer Vaterschaftsanfechtung bedenken sollten
Machen Sie sich Gedanken, wie Sie das Kind/ die Kinder aus dem Streit heraus halten - es war nicht deren Entscheidung oder Fehlverhalten, welches den Streit herbeigeführt hat - und überdenken Sie die vielfältigen Konsequenzen ihrer weiteren Entscheidungen.